Google Unternehmensprofil: So werden Sie lokal gefunden
Letzten Herbst sprach ich mit einem Schreinermeister aus der Region. „Früher kamen die Kunden durch Mundpropaganda“, erzählte er mir. „Heute? Heute googeln sie erst mal.“ Er hat recht. Und genau deshalb ist das Google Unternehmensprofil heute so wichtig für jeden Handwerker, jeden Laden und jedes lokale Unternehmen.
Falls Sie noch den alten Namen im Kopf haben: Das Ding hieß früher Google My Business, auf Englisch heute „Google Business Profile“. Gemeint ist derselbe kostenlose Eintrag, mit dem Ihr Betrieb in der Google-Suche und auf Google Maps auftaucht. Ich zeige Ihnen hier, wie Sie ihn anlegen, richtig füllen und am Leben halten.
Das Schaufenster im Internet
Kennen Sie das? Sie suchen selbst nach einem Restaurant oder Handwerker in Ihrer Nähe. Was tun Sie? Sie greifen zum Handy und googeln. Genau das machen auch Ihre potenziellen Kunden. Und das Erste, was sie sehen, sind die Unternehmensprofile – diese Kästen neben den Suchergebnissen oder die Karteneinträge mit Fotos, Öffnungszeiten und Bewertungen.
Stellen Sie sich das Google Unternehmensprofil wie ein digitales Schaufenster vor. Der große Unterschied: Es kostet Sie keinen Cent. Trotzdem gehen viele Unternehmer damit um, als wäre es ein lästiges Anhängsel ihrer Marketing-Aktivitäten. Ein großer Fehler, wie ich finde.
Was bringt Ihnen das Google Unternehmensprofil konkret?
Letzte Woche rief mich eine Freundin an. Sie war verzweifelt, weil ihr Friseursalon in Google nicht auffindbar war. „Dabei haben wir eine super Website!“ Das Problem: Eine Website allein reicht heute nicht mehr. Die meisten Menschen schauen sich erst Ihr Unternehmensprofil an, bevor sie überhaupt auf Ihre Website klicken.
Mit einem gut gepflegten Profil erreichen Sie:
- dass Kunden Sie finden, wenn sie nach Ihren Leistungen in der Nähe suchen
- dass Sie auf Google Maps auftauchen
- dass Kunden direkt sehen, ob Sie geöffnet haben
- dass Sie vertrauenswürdig wirken durch Fotos und Bewertungen
Stellen Sie sich vor, Ihr Geschäft hätte ein Schaufenster direkt an der meistbesuchten Straße Ihrer Stadt. Genau das ist das Google Unternehmensprofil für Sie – und das Beste daran: Es ist komplett kostenlos. Als Berater für lokale Unternehmen sehe ich täglich, wie viel ungenutztes Potenzial in diesem Werkzeug steckt. Lassen Sie uns gemeinsam Ihr digitales Schaufenster auf Hochglanz bringen.
Noch kein Profil? So legen Sie los
Viele Betriebe haben schon ein Profil und wissen es gar nicht. Google legt Einträge auch von selbst an. Schauen Sie also zuerst nach, bevor Sie etwas Neues erzeugen. Ein doppelter Eintrag macht nur Ärger.
Google baut die Bildschirme gern um, aber die Schritte bleiben:
- Mit einem Google-Konto anmelden. Nehmen Sie ein Konto, das zum Betrieb gehört und auch in fünf Jahren noch da ist. Nicht das private Konto vom Azubi.
- Unternehmen suchen oder hinzufügen. Direkt in der Google-Suche, in Google Maps oder über business.google.com. Gibt es Ihren Betrieb schon, übernehmen Sie den Eintrag.
- Name, Hauptkategorie, Standort. Der Name genau so, wie er am Firmenschild steht. Mit Ladengeschäft tragen Sie die Adresse ein. Fahren Sie zu Ihren Kunden, legen Sie stattdessen ein Einzugsgebiet fest und blenden die Adresse aus.
- Telefon, Website, Öffnungszeiten. Lieber genau als ungefähr.
- Verifizieren. Google will wissen, dass Sie wirklich zu dem Betrieb gehören. Das läuft je nach Fall per Video, Anruf, SMS, E-Mail oder Postkarte mit Code. Welche Wege Sie bekommen, bestimmt Google, nicht Sie. Erst danach ist das Profil vollständig sichtbar.
Rechnen Sie mit ein paar Tagen Geduld, vor allem wenn eine Postkarte unterwegs ist. Nutzen Sie die Zeit für Fotos.
So machen Sie Ihr Profil unwiderstehlich
Der erste Eindruck zählt
Erinnern Sie sich an das echte Schaufenster? Genauso wichtig ist Ihr digitaler Auftritt. Ein Tipp aus der Praxis: Nehmen Sie sich einen Nachmittag Zeit und gehen Sie Ihr Profil Schritt für Schritt durch:
- Stimmen alle Kontaktdaten? Eine falsche Telefonnummer kostet Sie Kunden.
- Sind Ihre Öffnungszeiten aktuell? Gerade bei Sonderöffnungszeiten oder Urlauben.
- Passt Ihre Hauptkategorie? Sie entscheidet, bei welchen Suchen Sie auftauchen.
Zeigen Sie, was Sie können
„Aber meine Werkstatt ist nicht fotogen“, höre ich oft. Quatsch! Authentische Einblicke in Ihren Betrieb schaffen Vertrauen. Ein Handwerker aus meinem Netzwerk fotografiert jede Woche ein gelungenes Projekt. Seine Erfahrung: „Die Leute wollen sehen, was wir können – nicht wie aufgeräumt die Werkstatt ist.“
Der Schlüssel: Ihre Unternehmensbeschreibung
Hier ein Trick, den viele nicht kennen: Ihre Beschreibung ist wie ein Verkaufsgespräch. Erzählen Sie, was Sie besonders macht. Die Bäckerei um die Ecke schreibt zum Beispiel: „Seit drei Generationen backen wir Ihr Brot nach Familienrezept. Mit Sauerteig, Zeit und Leidenschaft.“ Das ist authentisch und weckt Vertrauen.
Bewertungen: Ihr digitales Gold
Neulich fragte mich eine Friseurmeisterin: „Wie gehe ich mit schlechten Bewertungen um?“ Meine Antwort: Sehen Sie jede Bewertung als Chance.
Meine bewährten Tipps für Bewertungen:
- Bitten Sie zufriedene Kunden aktiv um eine Bewertung
- Antworten Sie immer – auch auf negative Kommentare
- Bleiben Sie professionell und lösungsorientiert
- Nutzen Sie die Chance, Ihr Serviceversprechen zu zeigen
Bringen Sie Leben in Ihr Profil
Ein lebendiges Profil zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich. Posten Sie regelmäßig:
- Aktuelle Angebote
- Saisonale Spezialitäten
- Einblicke in Ihren Arbeitsalltag
- Tipps aus Ihrem Fachgebiet
Ein Optiker aus meiner Beratung postet jeden Monat einen Brillen-Trend. Simple Idee, große Wirkung.
Praktische Extra-Tipps für Ihren Erfolg
Hier sind noch ein paar Geheimtipps aus meiner täglichen Praxis:
- Aktivieren Sie die Nachrichtenfunktion. Ein Kunde kann Sie direkt anschreiben – einfacher geht’s nicht.
- Nutzen Sie die Stoßzeiten-Anzeige. Gerade für Restaurants und Cafés Gold wert: Kunden sehen, wann es ruhiger ist.
- Setzen Sie Attribute wie „Barrierefrei“ oder „Familienbetrieb“. Das sind oft die entscheidenden Details für Ihre Kunden.
- Schauen Sie regelmäßig in Ihre Statistiken. Sie zeigen Ihnen, wonach Ihre Kunden suchen und wie sie Sie finden.
Wer kümmert sich darum?
Mit dem Anlegen ist es nicht getan. Ein Profil ist wie das Schaufenster: Wer es einmal dekoriert und dann drei Jahre nicht anfasst, braucht sich über Staub nicht zu wundern.
Bearbeiten können Sie das Profil direkt in der Google-Suche, sobald Sie mit dem richtigen Konto angemeldet sind, oder über business.google.com. Wo genau die Knöpfe sitzen, schiebt Google regelmäßig hin und her. Die Aufgaben bleiben dieselben.
Und Sie müssen das nicht allein machen. Laden Sie eine Mitarbeiterin, einen Kollegen oder Ihre Agentur als Nutzer ein und geben Sie passende Rechte. Die Inhaberrolle behalten Sie selbst. Und wenn jemand den Betrieb verlässt, fliegt der Zugang raus. Noch am selben Tag.
Drei Fehler, die ich immer wieder sehe
Über Kategorie, Fotos und Bewertungen haben wir gesprochen. Drei weitere Stolpersteine kommen mir bei lokalen Betrieben ständig unter.
Firmendaten, die sich widersprechen. Auf der Website steht die eine Telefonnummer, im Profil die alte, im Branchenbuch eine dritte. Google weiß dann nicht, wem es glauben soll, und Ihre Kunden auch nicht. Name, Adresse und Telefonnummer gehören überall identisch hin.
Gekaufte Bewertungen. Ja, es gibt Anbieter dafür. Finger weg. Das verstößt gegen die Richtlinien von Google. Im schlimmsten Fall löscht Google die Bewertungen und schränkt Ihr Profil ein.
Suchbegriffe im Firmennamen. „Max Müller Schreinerei günstig Möbel Aschaffenburg“ sieht nach einem cleveren Trick aus. Ist es nicht. Der Name im Profil muss der sein, unter dem Sie tatsächlich auftreten. Alles andere kann Google ändern oder sperren.
Wenn ein Profil weg soll
Manchmal ist ein Eintrag zu viel: ein Duplikat, oder der Betrieb existiert nicht mehr. Überlegen Sie vorher, was Sie erreichen wollen:
- Dauerhaft geschlossen. Haben Sie den Betrieb aufgegeben, markieren Sie ihn als dauerhaft geschlossen, statt ihn zu löschen. Dann steht niemand vergeblich vor verschlossener Tür.
- Vorübergehend geschlossen. Für Umbau oder längeren Betriebsurlaub. Kunden sehen, dass Sie wiederkommen.
- Entfernen. Nur bei echten Duplikaten. Bewertungen und Beiträge sind damit weg, in der Regel endgültig. Prüfen Sie also genau, welcher Eintrag der richtige ist, bevor Sie den anderen entfernen.
Sehen Sie bei sich etwas anders als hier beschrieben: Google benennt Dinge gern um. Die Hinweise im Profil und die Google-Hilfe sind dann aktueller als jeder Blogbeitrag, auch meiner.
Was Sie konkret diese Woche tun können
- Checken Sie Ihre Basisdaten. Stimmt noch alles?
- Machen Sie drei, vier neue Fotos und laden Sie sie hoch
- Schreiben Sie einen aktuellen Beitrag
- Bitten Sie Ihre nächsten zufriedenen Kunden um eine Bewertung
- Schauen Sie sich an, wie Kunden Sie finden (das sehen Sie in den Statistiken)
Das Schöne am Google Unternehmensprofil: Sie müssen keine Marketing-Expertin oder SEO-Guru sein. Sie müssen nur authentisch zeigen, was Sie täglich tun. Den Rest erledigt Google für Sie.
Übrigens: Der Schreiner? Er hat jetzt jeden Monat zwei bis drei Neuaufträge über Google. Nicht schlecht für ein kostenloses Tool, oder?
Teil Ihrer lokalen SEO-Strategie
Das Google Unternehmensprofil ist ein wichtiger Baustein Ihrer Online-Präsenz – aber nicht der einzige. Vielleicht fragen Sie sich: Wie passt das alles zusammen? Die Optimierung Ihres Profils ist Teil einer umfassenden lokalen SEO-Strategie. Dabei geht es darum, dass Ihr Unternehmen genau dann gefunden wird, wenn Menschen in Ihrer Region nach Ihren Produkten oder Dienstleistungen suchen.
Sie möchten mehr darüber erfahren, wie Sie Ihr Unternehmen digital noch besser aufstellen können? Wir unterstützen Sie dabei. In unserer täglichen Arbeit mit Handwerkern, Einzelhändlern und Dienstleistern sehen wir, wie wichtig eine durchdachte Online-Strategie heute ist. Neben der Optimierung Ihres Unternehmensprofils gehören dazu auch eine lokale Keywordstrategie, der Aufbau relevanter Backlinks in Ihrer Region und die Optimierung Ihrer Website für lokale Suchanfragen.
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Und falls Sie sich fragen, was so etwas kostet: Dazu habe ich einen eigenen Beitrag geschrieben, SEO-Kosten 2026: Freelancer vs. Agentur.
Schreiben Sie mir einfach über den Kontakt. Dann schauen wir gemeinsam, wo Ihr Schaufenster noch Staub hat.