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Checkliste für den Website-Relaunch
Webdesign

Website-Relaunch: Was schiefgeht und was zählt

2. November 2026 · Thomas Peter

Der typische Relaunch läuft so: Die alte Website ist peinlich geworden, jemand kennt eine Agentur, ein paar Monate später steht ein neuer Auftritt im Netz. Schöner, moderner. Und ein paar Wochen danach klingelt das Telefon seltener als vorher.

Der Grund ist selten das Design. Fast immer hat sich niemand um das gekümmert, was Google von der alten Seite kannte. Alte Adressen führen ins Leere. Texte, die jahrelang Anfragen gebracht haben, wurden gegen drei glatte Sätze getauscht. Das Testsystem war noch für Suchmaschinen gesperrt, als es live ging. Das Ergebnis sieht man nicht sofort. Man merkt es am Auftragsbuch.

Ich sehe das anders als viele Agenturen: Ein Relaunch ist kein Designprojekt. Er ist ein Umzug, bei dem nichts verloren gehen darf.

Redesign oder Relaunch, und warum das nicht egal ist

Wenn Sie nur Farben, Schriften und Layout ändern, ist das ein Redesign. Struktur, Texte und Adressen bleiben. Google merkt davon kaum etwas. Das Risiko ist gering, der Nutzen aber oft auch: Eine Seite, die vorher keine Anfragen gebracht hat, bringt mit neuer Farbe auch keine.

Ein Relaunch geht tiefer. Neue Seitenstruktur, neue Texte, oft eine neue technische Basis. Genau da wird es heikel, weil Google die Seite praktisch neu kennenlernen muss. Jede Adresse, die sich ändert, jede Überschrift, die verschwindet, ist eine Stelle, an der etwas kaputtgehen kann.

Ob sich ein Relaunch für Sie lohnt, hängt an einer einfachen Frage: Tut die Website, was sie soll? Wenn sie zu wenige Anfragen bringt, am Handy nicht bedienbar ist, ewig lädt oder sich nicht mehr pflegen lässt, dann ja. Wenn sie Ihnen nur nicht mehr gefällt, denken Sie zweimal nach. Geschmack ist ein schlechter Grund, Rankings zu riskieren.

Meine Checkliste

Die Punkte unten arbeite ich bei jedem Relaunch ab. Nicht weil ein Leitfaden das sagt, sondern weil jeder einzelne wehtut, wenn er fehlt.

1. Ausgangswerte notieren. Wie viele Besucher kommen heute, wie viele Anfragen, wie viele Anrufe? Schreiben Sie das auf, bevor irgendjemand eine Zeile am neuen Design arbeitet. Ohne diese Zahlen können Sie nach dem Livegang nur raten, ob es besser läuft.

2. Alle alten Adressen erfassen. Jede URL der bestehenden Seite in eine Liste. Dazu aus der Search Console die Daten der letzten zwölf Monate: welche Seiten bringen Klicks, zu welchen Suchbegriffen. Diese Seiten sind Ihr Kapital. Bilder und PDFs nicht vergessen, die haben auch Adressen und werden gefunden und verlinkt.

3. Entscheiden, was bleibt. Für jede alte Seite: bleibt, wird überarbeitet, fällt weg. Seiten, die gut laufen, werden nur umbenannt oder zusammengelegt, wenn es wirklich einen Grund gibt. Die Begriffe, mit denen Ihre Kunden suchen, gehören auch in die neuen Texte, am besten an dieselben Stellen.

4. Weiterleitungen einrichten. Jede alte Adresse, die sich ändert, bekommt eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite. Tabelle anlegen, links alt, rechts neu. Und bitte nicht alles pauschal auf die Startseite. Wer eine konkrete Leistung gesucht hat und auf einer allgemeinen Startseite landet, klickt zurück. Das ist der Punkt, der am häufigsten vergessen wird, und der teuerste.

5. SEO-Grundlagen mitnehmen. Seitentitel und Beschreibungen der wichtigen Seiten übernehmen oder bewusst verbessern, nicht neu erfinden. Überschriftenstruktur, interne Links, Bildbeschreibungen. Und eine saubere Sitemap. Wer dazu mehr wissen will, findet es auf meiner Seite zu SEO.

6. Das noindex vom Testsystem. Während der Entwicklung läuft die neue Seite auf einer Staging-Umgebung, die für Google gesperrt sein muss, sonst landen doppelte Inhalte im Index. Vor dem Livegang muss diese Sperre weg. Das klingt banal. Es ist der Klassiker. Eine Woche merkt es keiner, und Google hat die neue Seite inzwischen aus dem Index geworfen.

7. Technik testen, mit dem Handy in der Hand. Ladezeit am Smartphone, nicht am Büro-PC. HTTPS, Impressum, Datenschutz, Cookie-Banner. Jedes Formular einmal abschicken, jede Telefonnummer antippen. Und prüfen, ob das Tracking nach dem Livegang überhaupt ausgelöst wird. Sonst fehlen Ihnen ausgerechnet in den ersten Wochen die Zahlen, die Sie unter Punkt 1 so sorgfältig notiert haben.

8. Livegang ist nicht Schluss. Neue Sitemap in der Search Console einreichen, wichtige Seiten zur Indexierung anmelden. Dann vier Wochen hinschauen: 404-Fehler, Weiterleitungsketten, Rankings und Anfragen im Vergleich zu vorher. Rankings schwanken nach einem Relaunch, das ist normal. Wenn sie nach vier Wochen immer noch fallen, ist es nicht mehr normal.

Brauche ich WordPress überhaupt noch?

Der Relaunch ist der Moment, in dem sich diese Frage lohnt. Danach steckt die Seite wieder für Jahre im gewählten System.

Ich baue inzwischen mehr statische Websites mit Astro als WordPress-Seiten. Für die meisten Unternehmensseiten ist das meine erste Empfehlung. Eine statische Website besteht aus fertigen HTML-Seiten. Keine Datenbank, keine Plugins, kein System, das im Betrieb gepflegt werden will. Das macht sie schnell, kaum angreifbar und fast pflegefrei. Einen Pflegevertrag gibt es nicht, laufend zahlen Sie im Wesentlichen Hosting und Domain. Weiterentwicklung kostet trotzdem: Neue Seiten, Funktionen und Textänderungen setze ich nach Aufwand um, 80 € netto pro Stunde, oder zum Festpreis. Selbst im Browser ändern Sie nichts.

Wann haben Sie zuletzt selbst einen Text auf Ihrer Website geändert? Wenn Sie überlegen müssen, zahlen Sie wahrscheinlich für ein System, das Sie nicht nutzen. WordPress bleibt richtig, wenn Sie oder Ihr Team täglich selbst Inhalte pflegen, ein Shop läuft oder viele Autoren mitarbeiten. Dann brauchen Sie ein Redaktionssystem und die WordPress-Pflege, die es aktuell hält.

Ehrlich abwägen müssen Sie die Funktionen. Bei WordPress aktivieren Sie ein Plugin. Statisch gibt es keine Plugins, also keine Plugin-Kosten und keine Updates, dafür muss jede Funktion eigens entwickelt oder über einen spezialisierten Dienst angebunden werden. Gehen Sie deshalb die Plugins der alten Seite durch: Welche Funktionen nutzen Sie wirklich, und was kostet es, sie individuell zu bauen? Oft bleibt wenig übrig. Manchmal kippt hier die Entscheidung. Mehr Aufwand im Projekt gegen weniger Kosten im Betrieb, so lautet die Rechnung.

Für Google ist der Wechsel kein Problem, solange die Liste oben gilt. Texte, Bilder und Struktur lassen sich übernehmen, die alten Adressen leiten weiter, die Platzierungen sollen erhalten bleiben. Was eine Datenbank braucht, etwa Shop oder Mitgliederbereich, klären wir vorher einzeln. Wie so eine Umstellung abläuft, steht auf der Seite zur statischen Website.

Wie lange das dauert

Bei mir meist vier bis acht Wochen, egal welches System. Der Unterschied liegt selten an der Technik. Er liegt an Texten, Bildern und Freigaben. Wenn ein Entwurf drei Wochen auf eine Rückmeldung wartet, verschiebt sich der Livegang um drei Wochen, da kann ich nichts dran drehen. Planen Sie Puffer ein. Unter Zeitdruck live zu gehen ist der sicherste Weg, Punkt 6 zu vergessen.

Was es kostet

Eine professionelle Website beginnt bei mir bei 3.000 € netto. Ein umfangreicher Auftritt mit erweiterter Funktionalität und Content-Strategie liegt bei 5.500 €. Shop oder Schnittstellen rechne ich einzeln, auf Anfrage. Der Projektpreis hängt vom Umfang ab, nicht von der Technik. Wie sich das zusammensetzt, steht im Beitrag Was kostet eine Website 2026?.

Der Unterschied zeigt sich danach. Bei WordPress kommen Updates, Backups und jemand dazu, der regelmäßig hinschaut. Die WordPress-Pflege gibt es bei mir ab 89 € netto im Monat, monatlich kündbar. Bei einer statischen Website entfällt dieser Posten, dafür kostet jede Weiterentwicklung nach Aufwand. Wer wenig ändert, zahlt wenig.

Eine Agentur brauchen Sie dafür nicht. Sie brauchen jemanden, der die Liste oben ernst nimmt. Fragen Sie den, der Ihren Relaunch macht, wie die alten Adressen weitergeleitet werden, wer nach dem Livegang die Search Console im Blick hat und warum er Ihnen gerade dieses System empfiehlt. Wenn die Antworten zögerlich kommen, wissen Sie Bescheid.

Erst sichern, dann verschönern

Was mich an vielen Relaunches stört, ist die Reihenfolge. Erst das Design, dann die Inhalte, dann irgendwann die Frage nach den alten Adressen. Es muss umgekehrt laufen: erst sichern, was funktioniert, dann verbessern, was nicht funktioniert. Das Design kommt zuletzt und ist der angenehmste Teil.

Wenn Sie wissen wollen, ob sich bei Ihnen ein Relaunch lohnt oder ob ein paar gezielte Änderungen reichen, schaue ich mir Ihre Seite im Erstgespräch an, kostenlos. Melden Sie sich über Kontakt. Mehr zu meiner Arbeit finden Sie unter Webdesign, für die Region auch unter Webdesign in Aschaffenburg und Webdesign in Mainaschaff.